Digitalisierung greifbar machen

Heute habe ich gemeinsam mit Christina Kampmann (Sprecherin der SPD-Fraktion im Ausschusses für Digitalisierung und Innovation des Landtags NRW) und Michael Servos (Geschäftsführer EXAPT GmbH) eine „Digitaltour“ durch Aachen unternommen. Dabei haben wir die EXAPT Systemtechnik GmbH und die 3win Maschinenbau GmbH besucht. Mit beiden Unternehmen habe ich mich über die Chancen und Risiken der Digitalisierung ausgetauscht.

Digitalisierung bedeutet häufig einen ganz praktischen Nutzen, zum Beispiel die Herstellung eines Korsetts für Kinder mit 3D-Druck, wie ich es bei 3win vorgestellt bekommen habe. Durch diese Art der Produktion spart man Zeit und Geld, ohne dass Qualität oder handwerkliches Können abgewertet wird. Zum Wohle des Kindes, dem schneller geholfen werden kann. Das ist für mich eine Chance der Digitalisierung.

Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung und Evaluation eines Fallensystems für die umweltverträgliche Kontrolle von Kirschessigfliegen im Wein- und Obstbau. Diese Schädlinge werden bisher zumeist mit regelmäßiger Besprühung der betroffenen Pflanzen mit Pestiziden bekämpft. Durch die Verknüpfung der wissenschaftlichen Evaluationsprozesse und der Herstellung entsprechender Fallen ist es möglich, diese Problematik deutlich einzudämmen. So kann der Einsatz von Pestiziden stark eingeschränkt werden. Das ist eine gute Entwicklung für Boden, Biodiversität und Gewässerqualität. Auch in der Landwirtschaft bietet Digitalisierung folglich zahlreiche Vorteile und Möglichkeiten, ohne gleichzeitig Arbeitsplätze zu gefährden.

Die Digitalisierung kann uns auch dabei helfen, die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Unsere Städteregion ist schon heute ein Vorreiter in der Telemedizin. Telenotarzt, Tele-Intensivmedizin und andere Dienstleistungen tragen schon heute dazu bei, dass mehr Menschen in der Region schneller und besser geholfen wird. Und warum sollte der Hausarzt sein Rezept in Zukunft nicht auch elektronisch an seine Patienten oder die Apotheke schicken können? Das spart Wege, reduziert den Verkehr und macht das Leben für berufstätige Menschen oder Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ein Stück einfacher.

Dies sind nur einige Beispiele für erfolgreiche Digitalisierungsprozesse, die für alle Seiten Vorteile bieten. Ich möchte mich als Städteregionsrätin für solche Prozesse einsetzen, zur Verbesserung des Lebens der Menschen und der Zukunftsfähigkeit der Unternehmen.

Wichtig ist, dass der Begriff der Digitalisierung entmystifiert wird. Der Begriff hat eine große Spannweite und reicht von der Entwicklung durchgängiger Systemplattformen bis zur konkreten Produktion von High-End-Lösungen für die Industrie. Bei einigen Unternehmen ist der Digitalisierungsprozess noch nicht angekommen. Oftmals werden deshalb überstürzte Digitalisierungsprojekte angestoßen, deren Output mangelhaft ist. Nicht ist verheerender als einen ineffektiven Prozess auch noch zu digitalisieren. Hier ist ein zielorientierter Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens wichtig. Die Beschäftigten wissen am besten, in welchen Bereichen durch Digitalisierungsprozesse sinnvolle Verbesserungen in ihrer praktischen Arbeit erreicht werden können. Folglich sollten die Beschäftigten selbst zu Treibern der Digitalisierung innerhalb der Unternehmen werden.